exito AlpenCross 2017, Pfronten - Oberstdorf

1. Etappe auf dem Weg vom Allgäu nach Nizza

26. Juli 2017

Letzte Woche fiel der Startschuss für unsere mehrjährige Alpenüberquerung #exitoAlpenCross vom Allgäu nach Nizza. Ein echtes Fernwander-Abenteuer durch fünf Länder – zunächst vier Etappen in den Ostalpen und dann mindestens 10-12 Etappen durch die gesamten Westalpen bis ans Mittelmeer. Eine Etappe besteht jedes Jahr aus vier Tagestouren – im Normalfall mit drei Hüttenübernachtungen. Die Alpenüberquerung folgt keinem bestimmten Weitwanderweg, sondern ist komplett selbst zusammengestellt. Die Route führt nicht möglichst schnell nach Nizza, sondern soll landschaftlich besonders reizvoll und abwechslungsreich werden. Die Tagesetappen sind mit 5-8 Stunden konditionell fordernd, die Wege durchaus technisch anspruchsvoll. Alles in allem eine echte Herausforderung für unsere Gipfelstürmer.

Das erste Jahr wurde gleich ein richtiges Highlight. 22 Gipfelstürmer machten sich auf eine 60,4 km lange Wanderung mit fast 4.000 Höhenmetern, darunter unser Alumnus Lukas, Team-Doc Thomas und Deutsch-Lehrer Robert. Startpunkt war die Talstation der Breitenbergbahn in Pfronten (840 m). Entgegen aller Prognosen strahlte die Sonne im Allgäu und bescherte unserer Wandergruppe einen tollen ersten, knackigen Aufstieg durch die wildromantische Reichenbachklamm hinauf zur Bad Kissinger Hütte​ (1.788 m). Am Fuße des Aggensteins stand nach 1.000 Höhenmetern ein erstes Hüttenessen auf dem Programm. Es zeigte sich schnell, mit welchen Wetterkapriolen am Berg jederzeit zu rechnen ist. Innerhalb von Augenblicken wurde es dunkel und der Himmel entlud sich in einem kräftigen Regen- und Hagelguss inklusive Blitz und Donner. Als das Wetter sich etwas beruhigte, ging es über das Vilser Jöchl und den Gräner Höhenweg zum Füssener Jöchl und von dort zum Tagesziel, der Otto-Mayr-Hütte​ (1.530 m). Die zweite Tageshälfte wurde eine sehr nasse Angelegenheit. Die herrliche Bergwelt war erst an der Hütte wieder zu erkennen, bis dahin war die Sicht gleich NULL. Das Hütten-Team um Petra und Gerhard machte diesen ersten Abend zu einem besonderen Erlebnis – eine tolle, herzliche Atmosphäre und extrem leckeres Essen. Unsere Crew hatte an diesem ersten Abend zudem Besuch von Johanna, Christian und Torsten von unserem Kunden und AlpenCross Ausrüstungspartner outdoortrends​.

Der zweite Tag startete mit einem Aufstieg zum Hallgehrenjoch (1.851 m) und einem knackigen Abstieg zum Haldensee (1.135 m) im Tannheimer Tal. Wer die Badehose im Rucksack hatte, sprang hinein in den kühlen See - eine herrliche Erfrischung. Über die Edenbachalpe (1.405 m) ging es dann hinauf zur Strindenscharte (1.870 m), wo unsere Gipfelstürmer plötzlich von Gewittern umzingelt waren. Nach kurzem Unterstand in der Gappenfeldalpe ging es, vorbei an der Schochenspitze, hinab zum zweiten Tagesziel, der Landsberger Hütte​ (1.810 m). Hier hatte der Hüttenwirt gleich ein ganzes Haus für unsere Crew reserviert - ganz großes Hüttenkino! Höhepunkt der gesamten Etappe wurde der dritte Tag – auf dem Saalfelder Höhenweg und dem Jubiläumsweg wanderte unser Team zum Prinz Luitpold Haus​ (1.846 m). Garniert mit einigen technisch durchaus anspruchsvollen Passagen verlangte der Weg unseren Wanderern Einiges ab. Das Wetter war schlicht ein Traum und am Ende strahlten einfach alle. Unser Trailrunning-Trio Peter, Bart und Stefan hatte noch lange nicht genug und „rannte" am Nachmittag noch auf den pyramiden-förmigen Hochvogel (2.592 m). Für Auf- und Abstieg über die Balkenscharte brauchten die drei Verrückten nur etwas mehr als drei Stunden. Ein fast genauso verrücktes Quartett (Nicole, Verena, Aneta und Tobias) zog am nächsten Morgen um 4 Uhr mit Stirnlampen hinauf zur Balkenscharte - leider verwehrte ihnen der Wettergott einen schönen Sonnenaufgang. Für die gesamte Gipfelstürmer-Mannschaft war der vierte Tag ein krönender Abschluss einer rundum gelungenen ersten AlpenCross-Etappe. Auf der längsten Tagesetappe (19,2 km) ging es über das Himmeleck (1.983 m) zur Käseralpe​ (1.403 m) im Oytal. Nach einem leckeren Alm-Essen und 10 km „Auslaufen" traf die Wandergruppe mit Gänsehaut in Oberstdorf ein.

Es ist kaum in Worte zu fassen, was an diesen vier Tagen passierte. Es waren sportliche Höchstleistungen. Für einige Team-Mitglieder war es die erste größere Wanderung. Fast 4.000 Höhenmeter wurden mit Bravour gemeistert. Für manche haben sich Grenzen verschoben, für alle waren die 4 Tage prägend und haben Appetit auf mehr gemacht. Es gab außer kleineren Blessuren keine bedeutenden Verletzungen. Die gegenseitige Unterstützung war bemerkenswert. Einfach nur SPITZE!! Das Wetter war facettenreich, von herrlichem Sonnenschein bis zum hässlichen Gewitter war alles dabei. Und die Berge haben uns gezeigt, warum man niemals den Respekt vor ihnen verlieren sollte.

Ein besonderes Dankeschön geht an unseren Ausrüstungspartner outdoortrends für die kompetente Beratung bei der Ausstattung unserer Wanderer! Außerdem an alle Hüttenwirte für die äußerst schönen Aufenthalte und an Steidl Reisen​ für den sicheren Transport ins Allgäu und zurück.

Der AlpenCross war mehr als einfach nur eine 4-tägige Hüttentour - jeder Kilometer bedeutete einen Euro für kranke und schwerstbehinderte Kinder. Es ist ein „Geschenk", dass unsere Gipfelstürmer-Crew in der Lage ist, mit eigener Kraft auf der 4-tägigen Tour die Natur und die Berge zu erleben. Leider gibt es viele Kinder, für die das alles ein Traum bleiben wird. Auch an sie haben wir auf unserer Tour gedacht und haben die Alpenüberquerung zum Anlass genommen, für den Verein „Kinderschicksale Mittelfranken e. V." zu spenden. Für jeden gelaufenen Kilometer spenden wir einen Euro. Das macht bei 22 Teilnehmern und 60 Kilometern aufgerundet stolze 1.500 Euro, über die sich der Verein und die Kinder SEHR freuen. Ziel des Vereines ist es, schwerstbehinderten und kranken Kindern zu helfen und deren Familien in Notsituationen zu unterstützen. Die Unterstützung ist nachhaltig ausgerichtet. Es ist unser Ziel, den Verein Jahr für Jahr und Etappe für Etappe auf dem Weg nach Nizza zu unterstützen.

Nach dem AlpenCross ist vor dem AlpenCross. Die Planungen für die nächste Etappe ist bereits im Gange. 2018 startet die Route in Oberstdorf. Über die Rappenseehütte geht es zur Fiderepasshütte, von dort durch das Kleinwalsertal zur Schwarzwasserhütte und am Ende nach Au im Bregenzerwald. Die Vorfreude ist bereits riesig ;-)

Wir werden diese Tage nie vergessen, YEAH!!!